Was gehört für dich zu einem perfekten Sonntag im Mai? Ausschlafen? Gemütlich einen Kaffee trinken, während draußen die Vögel zwitschern? Oder vielleicht um 07:00 Uhr morgens nach Kandern fahren, um beim Kandern Trail Masters 36,5 Kilometer und 1.300 Höhenmeter zu laufen?
Für Felix Vogelbacher, Jutta Weiß und Anna-Lina Thum klang Letzteres jedenfalls nach der perfekten Idee.

Und man muss sagen: Die Strecke ist wirklich wunderschön. Trails, die sich von Kandern aus durch den Wald schlängeln und Bäume, die immer wieder Platz für eine fantastische Aussicht machen. Vorbei an Schloss Bürgeln, hinauf auf den Blauen und von dort wieder hinunter. Zumindest hatte man ab da die Hoffnung, dass es dann nur noch bergab gehen würde. (Tatsächlich haben sich auf den letzten 21 Kilometern noch ein paar zusätzliche Hügel eingeschlichen.)
Trotzdem: eine großartige Strecke. Und auch das Läuferklientel war irgendwie anders als das, welches man von den klassischen Stadtläufen kennt. Vielleicht etwas… älter? Entspannter? Schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall konnte man sich beim Laufen angenehm unterhalten – außer natürlich auf den ersten 14 Kilometern hinauf zum Blauen. Da war das Atmen wichtiger.
Um es kurz zu machen: Als endlich die Ziellinie in Sicht kam, war man dann doch erleichtert. Mit dem wohlverdienten Bier in der Hand konnte man sich dann seufzend auf eine der Bänke fallen lassen und nur darüber staunen, wie andere tatsächlich auf die Idee kamen, die fast doppelt so lange Strecke – 65 Kilometer und über 2.500 Höhenmeter – zu laufen. Verrückt.
Abends waren die Beine dann völlig kaputt und müde und seien wir ehrlich, danach konnte man mich zu nichts mehr gebrauchen. Aber die Frage bleibt: Wie hätte ein schönerer Sonntag für dich mitten im Mai aussehen können? Mir fällt keiner ein.
Anna-Lina Thum